Klare Info – gute Entscheidung

Ziel dieser Corona Impf-Infos ist es, die persönliche Impfentscheidung zu erleichtern. Dafür braucht es leicht verständliche, ausgewogene Informationen, die das aktuell beste Wissen gut zusammenfassen. Dabei wird der Nutzen der Impfung genauso dargestellt, wie das Risiko (z. B. Nebenwirkungen).

Die Umsetzung basiert auf vertrauenswürdige Quellen , die transparent ersichtlich sind. Da sich bei der Corona-Impfung das Wissen zu den Impfstoffen schnell aufbaut, ist es zusätzlich wesentlich, dass der Zeitpunkt der Erstellung /Aktualisierung sichtbar ist. Und, dass auch offen angesprochen wird, was wir zu den Impfstoffen aktuell noch nicht wissen:

Corona Impf-Infos

Infos zu den Impfstoffen

Hier sind die Infos zu den in Österreich aktuell zugelassenen Impfstoffen zusammengefasst. Ebenso die aus den Zulassungsstudien bekannten Nebenwirkungen.  Die Studien zu den Impfstoffen unterscheiden sich. Deshalb sind auch die Ergebnisse nicht direkt vergleichbar. Vergleichsstudien zu den Impfstoffen gibt es noch keine. Mehr zu den unterschiedlichen Studiendesigns: gesundheitsinformation.de

Welche Impfstoffe gibt es?

Messenger RNA (mRNA) – Impfstoffe

Vektor – Impfstoffe

  • Der Impfstoff AstraZeneca (AZD1222), von AstraZeneca
  • Der Impfstoff Janssen (Ad26.COV2.S), von Johnson und Johnson

(Quelle: gesundheitsinformation.de, 13.04.2021)

Wie wirken die mRNA-Impfstoffe?

RNA-Impfstoffe enthalten die Erbinformation in Form von Boten-RNA (messenger RNA, mRNA), die den Bauplan des Antigens umfasst. Diese Erbinformation wird von Körperzellen als Bauplan genutzt, um das spezifische Antigen in wenigen Körperzellen selbst zu produzieren. Die Zellen präsentieren dieses Antigen Immunzellen, was die gewünschte spezifische Immunantwort auslöst. Bei einem späteren Kontakt der geimpften Person mit SARS-CoV-2 erkennt das Immunsystem das Antigen wieder und kann das Virus bzw. die Infektionskrankheit gezielt bekämpfen.

Vorteile der mRNA-Impfstoffe sind unter anderem die einfache Struktur der RNA und die Möglichkeit, in wenigen Wochen viele Millionen Impfdosen herzustellen.

Video zur Wirkweise von mRNA-Impfstoffen

(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 11.12. 2020)

Wie wirkt ein Vektor-Impfstoff?

Der Vektor-Impfstoff besteht aus den „Hüllen“ harmloser Viren, die den „Bauplan“ (Abschrift der DNA) für ein Eiweiß auf der Oberfläche des Coronavius SARS-CoV-2 enthalten. Diese Vektoren werden von Körperzellen aufgenommen, die dann für eine kurze Zeit dieses Corona-Eiweiß (S-Protein) herstellen. Dadurch wird das Immunsystem angeregt, Abwehrstoffe (Antikörper und T-Zellen) gegen das S-Protein zu bilden. Wenn die geimpfte Person später in Kontakt mit diesem Coronavirus kommt, wird dieser schnell durch das Immunsystem erkannt und gezielt bekämpft. Durch die Impfung entstehen keine Coronaviren. Auch die Vektoren können sich nicht vermehren.
(Quelle: gesundheitsinformation.de, 04.02. 2021)
Video zur Wirkweise von Vektor – Impfstoffen

Wie viele Teilimpfungen sind bei den Impfstoffen nötig?
  • Comirnaty: Zwei Impfdosen im Abstand von drei Wochen, beim Impfstoff von BionTech/Pfizer
  • Moderna: Zwei Dosen im Abstand von vier Wochen, beim Impfstoff von Moderna Moderna.
  • Vaxzevria: Zwei Impfdosen im Abstand von vier bis 12 Wochen, beim Impfstoff von AstraZeneca „Gut zu wissen“  Je länger der Abstand zwischen den Impfdosen, desto besser ist der Impfschutz.
  • Janssen: Es ist nur eine Impfdosis erforderlich, beim Impfstoff Johnson & Johnson

    (Quelle: Gesundheitsministerium Österreich BMSGPK, 10.12.2020)
    (Quelle „Gut zu wissen“ Robert Koch Institut, 10.3.2021)
    (Quelle: gesundheitsinformation.de, 13.04.2021)

Was, wenn man zwischen den beiden Impfungen an Covid 19 erkrankt?

Wenn nach der der 1. Teilimpfung durch den PCR Test die Infektion bestätigt ist, empfiehl das Robert Koch Institut die 2. Teilimpfung erst etwa 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung durchzuführen. Einerseits, weil nach der durchgemachten Infektion ein Infektionsschutz besteht und Impfstoffe (noch) rar sind. Andererseits, um überschießende Nebenwirkungen zu vermeiden, die bei einer Impfung nach einer Covid 19 Erkrankung auftreten können. Das Österreichische Gesundheitsministerium wiederum sagt, dass „bereits nach der sicheren Ausheilung eine Impfung möglich ist“.

 

(Quelle1: FAQs Robert Koch Institut, 26.02.2021)
(Quelle 2: Gesundheitsministerium Österreich, 26.02.2021)

Ist man sofort nach der Impfung vollständig geschützt?

Bei zwei Impfdosen: allen Impfstoffen kann man etwa 14 Tage nach der zweiten Dosis von einem vollen Impfschutz ausgehen.
Bei einer Impfdosis: gilt ebenso, dass 14 Tage nach der einmaligen Impfung der volle Impfschutz geben ist.
Quelle aktualisieren:

(Quelle: Gesundheitsministerium, Österreich 13.04.2021)

Schützt die Impfung vor der Übertragung der Erkrankung?

Es ist derzeit nicht bekannt, ob die Impfstoffe die Weitergabe von Covid 19 beeinflussen können. Diesbezügliche Daten werden in den nächsten Monaten zur Verfügung stehen. Demnach müssen Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken so lange aufrechterhalten werden, bis ausreichend viele Menschen geimpft sind.

(Quelle: Gesundheitsministerium, Österreich 10.3.2021)

Soll man vor oder nach einer COVID-Impfung Schmerzmittel einnehmen?

Vorbeugend kann Paracetamol etwa 6 Stunden nach der Impfung eingenommen werden – gegebenenfalls wiederholt alle weiteren 6 Stunden für die folgenden 24 bis 48 Stunden. Dies kann zur Abschwächung von möglichen Impfreaktionen führen. Bitte besprechen Sie in jedem Fall mit Ihrer Ärztin bzw. mit Ihrem Arzt, ob die Einnahme von Paracetamol für Ihre individuelle Situation geeignet ist.

(Quelle: FAQs des BASG, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 25.03.2021)

Infos zur Impfung mit dem Impfstoff Johnson & Johnson (Janssen)
Wie gut beugt die Impfung eine Covid-19-Erkrankung vor?

Die Tabelle zeigt: Das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, sank durch die Impfung mit Janssen um etwa 66 %. Zum Vergleich: Die Grippe-Impfung hat im Durchschnitt eine Wirksamkeit von 60 %. Bei Menschen mit chronischen Erkrankungen war der Impfstoff etwas weniger wirksam (etwa 60 %).

Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?
Placebo Janssen   Verringerung
des Risikos
Alle Teilnehmende 101
von
10.000
34
von
10.000
   ca. 66 %

In der Zulassungsstudie wurde untersucht, wie gut die Impfung eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Covid-19-Erkrankung verhindern konnte. Covid-19-Erkrankung hieß: neben einem positiven PCR-Test mussten Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Wie gut wirkt der Impfstoff bei älteren Menschen? (über 55 Jahre)

Die Impfung schützte bei den Zulassungsstudien in den unterschiedlichen Altersgruppen ähnlich gut.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Wie gut schützt die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen?

Die Tabelle zeigt: Der Impfstoff Janssen konnte das Risiko für einen schweren Verlauf deutlich verringern (um 85 %).

Wie viele Personen erkrankten schwer an Covid-19?

Placebo  Janssen     Verringerung
des Risikos
Alle Teilnehmende   18
von
10.000
    3
von
10.000
    ca. 85 %

Es wurde auch untersucht, ob eine Impfung mit Janssen schwere Krankheitsverläufe vermeiden kann. Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder an Covid-19 starb.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Welche Nebenwirkungen traten nach einer Impfung auf?
Placebo   Janssen
Reaktionen an der Einstichstelle
wie Schmerzen, Rötung oder Schwellung
               bei 19 %      bei 50 %
Körperliche Beschwerden
wie Kopfschmerzen, Erschöpfung,
Muskelschmerzen, Übelkeit, Fieber
bei 35 % bei 55 %

Die folgenden Zahlen stammen aus der Zulassungsstudie. Um sie besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf Prozent umgerechnet.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Gibt es Hinweise auf schwere Nebenwirkungen?

Es gibt durch die Zulassungsstudie keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt. In der Studie traten nur vereinzelt schwerere Erkrankungen auf, zwischen geimpften und ungeimpften Personen gab es dabei aber keinen Unterschied.

Seit Mitte April 2021 wird die Sicherheit des Impfstoffs Janssen durch die europäische Arzneimittelbehörde überprüft, weil in den USA ähnlich wie beim Impfstoff Vaxzevria/AstraZeneca bei einzelnen Personen nach der Impfung Blutgerinnsel aufgetreten sind. Die Arzneimittelbehörden beobachten und prüfen diese Fälle weiter gründlich.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Gibt es bei den Impfstoffen schon Hinweise auf sehr seltene Nebenwirkungen?

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffes meist nicht erkannt werden. Deshalb überwachen internationale Behörden jetzt nach der Zulassung die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. Bei Comirnaty und Moderna gibt es derzeit keine Hinweise auf schwere Nebenwirkungen.

  • Bei AstraZeneca prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aktuell Hinweise auf einige Todesfälle durch Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie). (Siehe Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca)
  • Auch beim Impfstoff Janssen wird die Sicherheit des Impfstoffs durch die Arzneimittelbehörden überprüft, weil in den USA ähnlich wie beim Impfstoff Vaxzevria/AstraZeneca bei einzelnen Personen nach der Blutgerinnsel aufgetreten sind.

Für alle vier Corona – Impfstoffe gilt, so wie bei allen Impfstoffen: direkt nach der Impfung kann es sehr selten zum allergischen (anaphylaktischen) Schock kommen. Im Fall der Corona-Impfstoffe wurden pro eine Million Impfungen etwa zehn Fälle von anaphylaktischem Schock beobachtet. Solche schweren allergischen Reaktionen betrafen bisher fast immer Menschen, die in der Vergangenheit schon einmal allergisch auf Impfungen oder Medikamente reagiert haben.

(Quelle1: medizin-transparent.at, 17.03.2021)
(Quelle2: FAQs Robert Koch Institut, 17.03.2021)
(Quelle: gesundheitsinformation.de, 20.02.2021)
(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Infos zur Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca (Vaxzevria)
Wie gut beugt die Impfung eine Covid-19-Erkrankung vor?

Die Tabelle zeigt, dass das Risiko, an Covid-19 zu erkranken, durch die Impfung mit AstraZeneca um etwa 60 % sank.

Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?
Placebo
(Meningokokken-Impfstoff oder Kochsalzlösung)
AstraZeneca Verringerung des Risikos
Teilnehmende 296 von 10.000 122 von 10.000 ca. 60 %

Bei Menschen mit Vorerkrankungen war der Impfstoff ebenso wirksam.
Bei der Berechnung der folgenden Ergebnisse wurden nur die Personen betrachtet, die beide Impfdosen innerhalb von 4 bis 12 Wochen bekommen haben. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet.

Quelle: gesundheitsinformation.de, 04.02.2021)

Wie gut schützt die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen?

Es wurde auch untersucht, ob eine Impfung mit AstraZeneca schwere Krankheitsverläufe* vermeiden kann. Bis zur Auswertung der Daten trat nur bei einer Person ein schwerer Verlauf auf. Daher lässt sich bislang noch nicht sicher beurteilen, wie gut der AstraZeneca-Impfstoff auch schwere Verläufe verhindern kann. Allerdings wurde in der Impfstoff-Gruppe niemand in ein Krankenhaus aufgenommen. In der Vergleichsgruppe dagegen wurden 8 Menschen in einem Krankenhaus behandelt.

* Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid-19.

(Quelle: gesundheitsinformation.de, 04.02.2021)

Wie gut wirkt der Impfstoff bei älteren Menschen, über 65 Jahren?

Zwei Beobachtungsstudien aus Großbritannien lassen hoffen, dass der Impfstoff auch bei Älteren gut wirkt. Für die Studien wurden ältere Menschen berücksichtigt, die bis Mitte Februar eine Impfung erhalten haben: in Schottland waren dies rund 200.000 Menschen über 80, in England rund 7,5 Millionen Menschen über 70. Die Daten deuten darauf hin, dass die Impfung einen großen Teil der Spitalsaufenthalte durch Covid-19 verhindern können. Daher ist der AstraZeneca-Impfstoff in Österreich und Deutschland für alle Altersgruppen ab 18 Jahren empfohlen.
Die Ergebnisse sind jedoch noch vorläufig (Stand: 9. März 2021). Wie gut der Impfstoff bei Älteren tatsächlich wirkt, wird eine umfassende randomisiert-kontrollierte Studie aus den USA zeigen.

Erhöht ein längeres Intervall zwischen den Impfungen den Impfschutz??

Möglicherweise ist die Schutzwirkung des AstraZeneca-Impfstoffs umso größer, je später die Impfung mit der zweiten Dosis erfolgt. Laut Zulassungsstudien könnte ein Impf-Abstand von mindestens 12 Wochen die Schutzwirkung auf 75 oder 80 Prozent erhöhen. Im Vergleich dazu deuten Teilauswertungen an, dass die Schutzwirkung bei einem Abstand von 4 bis 8 Wochen nur bei 50 oder 55 Prozent liegen könnte.

Gut abgesichert sind diese Ergebnisse jedoch nicht. Ob die Wirksamkeit der AstraZeneca-Impfung wirklich deutlich besser ist, wenn die zweite Dosis erst nach 3 Monaten erfolgt, muss noch genauer untersucht werden.

(Quelle: medizin-transparent.at, 25.03. 2021)

Wie gut schützt bereits die erste Impf-Dosis?

Bereits 2 bis 3 Wochen nach der ersten Impf-Dosis ist das Erkrankungsrisiko verringert. Nach drei Wochen betrug die Schutzwirkung in den Zulassungsstudien 42 Prozent. Der maximale Schutz tritt rund 2 Wochen nach der zweiten Impfung ein.

(Quelle: medizin-transparent.at, 25.03. 2021)

Welche Nebenwirkungen traten nach einer Impfung auf?

Neben dem Nutzen haben die Forscherinnen und Forscher untersucht, wie häufig direkte Impfreaktionen und andere Nebenwirkungen der Impfung sind.

In den Zulassungsstudien sind innerhalb von 7 Tagen folgende Reaktionen auf die Impfung aufgetreten:

Lokale vorübergehende Impfreaktionen mit AstraZeneca-Impfstoff mit Schein-Impfstoff
An der Einstichstelle (zB. Rötungen, Schwellungen, Schmerzen):         73%                48%
      starke Schmerzen & Blutergüsse         2%                1%

 

Sonstige vorübergehende Impfreaktionen mit AstraZeneca-Impfstoff mit Schein-Impfstoff
Am restlichen Körper (z.B. Erschöpfung, allgemeines Krankheitsgefühl, Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel-, Gelenkschmerzen, Übelkeit) :         73%                60%
      starke Impfreaktion am restlichen Körper         8%                3%
      Erschöpfung         53%                38%
      Kopfschmerzen         53%                39%
      Muskelschmerzen         44%                22%
      Krankheitsgefühl         44%                20%

(Quelle: medizin-transparent.at, 25.03. 2021)

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sammelt außerdem die aktuell gemeldeten Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen. Diese sind in regelmäßigen Berichten online.

Gibt es Hinweise auf schwere Nebenwirkungen?

In Großbritannien haben bis Anfang Februar rund 5 Millionen Menschen den AstraZeneca-Impfstoff bekommen. Zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kam es dabei nur sehr selten.

Ein allergischer Schock (Anaphylaxie) trat in Großbritannien bei etwas mehr als 1 von 100.000 AstraZeneca-Geimpften auf. Mit den Impfstoffen von Biontech oder Moderna dürften allergische Schocks etwas häufiger sein und bei rund 2 von 100.000 Geimpften liegen.

Andere schwerwiegende Erkrankungen scheinen nach der AstraZeneca-Impfung nicht häufiger aufzutreten als bei Menschen ohne Impfung. Das gilt auch für vorübergehende Gesichtslähmungen (Fazialis-Parese), von denen in den Medien zu lesen war. Diese Störung tritt – ganz ohne Impfung – pro Jahr bei etwa 20 von 100.000 Menschen auf und verschwindet üblicherweise innerhalb von Wochen wieder vollständig. Die Ursache dafür ist unbekannt.

Todesfälle sind in den Zulassungsstudien nicht gehäuft aufgetreten. In der Impfstoff-Gruppe starben 2 Personen, in der Schein-Impfungs-Gruppe 4. Bei keinem der Todesfälle wird die Impfung als Ursache verdächtigt.

Von 20 Millionen Geimpften in Europa sind 9 Personen gestorben, bei denen nach der Impfung Blutgerinnsel (Thrombosen) aufgetreten sind (Stand 19. 3. 2021) – darunter auch eine Frau aus Niederösterreich.

(Quelle: medizin-transparent.at, 25.03. 2021)

Das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) sammelt außerdem die aktuell gemeldeten Verdachtsfälle auf Nebenwirkungen. Diese sind in regelmäßigen Berichten online.

Welche Hinweise gibt es auf Todesfälle durch seltene Trombosen?

Todesfälle sind in den Zulassungsstudien nicht gehäuft aufgetreten. Nach 20 Millionen Impfungen in Europa sind allerdings 9 Menschen gestorben, bei denen nach der Impfung Blutgerinnsel (Thrombosen) aufgetreten sind (Stand 19. 3. 2021) – darunter auch eine Frau aus Niederösterreich. Daher hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA die Daten von allen 20 Millionen Menschen analysiert, die bisher die Impfung in Europa erhalten haben. Sie wollte herausfinden, ob die Impfung die Gerinnsel ausgelöst haben könnte.

Aufgefallen sind in dieser Analyse, dass sehr seltene Formen von Blutgerinnseln häufiger waren als erwartet. Fast alle Betroffenen waren Frauen unter 55 Jahren.
Blutgerinnsel in den Hirnvenen (Sinusvenenthrombosen) sind innerhalb von zwei Wochen nach der Impfung bei 12 Personen aus dieser Altersgruppe aufgetreten. Erwartet worden wäre 1 Fall.

Blutgerinnsel, die gleichzeitig in mehreren Blutgefäßen im ganzen Körper auftreten (Verbrauchskoagulopathien), wurden im selben Zeitraum bei 5 Personen beobachtet. Zu erwarten gewesen wäre etwa 1 Fall. Dass der Impfstoff von AstraZeneca diese Thrombosen verursacht hat, ist nicht bewiesen. Es lässt sich aber nicht ausschließen.

Dennoch ist die EMA der Ansicht, dass der Nutzen der Impfung bei der Verhinderung von Covid-19-Todesfällen die sehr seltenen Risiken (geringer als 1: 100.000) deutlich überwiegt. Die Behörde empfiehlt daher, den Impfstoff von AstraZeneca weiter zu verwenden. Gleichzeitig wird sie jedoch weiter überwachen, wie häufig Blutgerinnsel und andere mögliche Nebenwirkungen auftreten.

(Quelle: medizin-transparent.at, 25.03. 2021)

Bei welchen Anzeichen sollte man nach der Impfung zum Arzt?

Bei Nebenwirkungen, die mehr als 3 Tage nach erfolgter Impfung anhalten oder neu auftreten, wie Schwindel, Kopfschmerzen, Sehstörungen, Luftnot, Schmerzen in Armen oder Beinen etc.sollte umgehend eine ärztliche Diagnostik zur Abklärung einer Thrombose erfolgen.

(Quelle: FAQs des BASG, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 25.03.2021)

Hilft Heparin/Aspirin vorbeugend gegen mögliche Thrombosen?

Vom vorbeugenden Einsatz gerinnungshemmender Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure, niedermolekulares Heparin, etc.) wegen einer COVID-19-Impfung wird ausdrücklich abgeraten. Eine bestehende Gerinnungsmedikation sollte selbstverständlich beibehalten werden.

(Quelle: FAQs des BASG, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 25.03.2021)

Gibt es Risikogruppen für die der Impfstoff von AstraZeneca nicht geeignet ist?

Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es nicht genug Daten, um einzelne Gruppen mit erhöhtem Risiko zu benennen. Momentan ist daher für alle von der Zulassung abgedeckten Gruppen ein positives Nutzen-Risiko-Profil gegeben. Eine Neigung oder Vorgeschichte zu Thrombo-Embolien ist kein Ausschlussgrund für eine Impfung.

(Quelle: FAQs des BASG, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 25.03.2021)

Kann man für die zweite Impfung einen anderen Impfstoff bekommen?

Laut Empfehlung des Nationalen Impfgremiums ist bei den derzeit verfügbaren Impfstoffen für einen vollständigen und nachhaltigen Impfschutz eine komplette (2-teilige) Impfserie mit dem gleichen Impfstoff laut Fachinformation erforderlich. Es wird empfohlen, die Impfserie im vorgesehenen Intervall abzuschließen. Die Verwendung unterschiedlicher Impfstoffe bei Dosis 1 und 2 ist weder vorgesehen noch empfohlen. Derzeit liegen zum Einsatz unterschiedlicher Impfstoffe im Rahmen der Erstimmunisierung keine Daten vor.

(Quelle: FAQs des BASG, Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen, 25.03.2021)

Infos zur Impfung mit dem Impfstoff von BionTech/Pfizer (Comirnaty)
Wie gut beugt die Impfung eine Covid-19-Erkrankung vor?

Die Tabelle zeigt, dass das Risiko an Covid-19 zu erkranken, durch die Impfung mit Comirnaty deutlich – um etwa 95 % – sank.

Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?
   Placebo  Comirnaty  Verringerung des Risikos
 Alle Teilnehmenden 93
von 10.000
5
von 10.000
 ca. 95 %
 16 bis 55 Jahre 115
von 10.000
5
von 10.000
 ca. 96 %

Bei der Berechnung der Ergebnisse wurden nur die Personen betrachtet, die beide Impfdosen bekommen haben. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet. (Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Wie gut wirkt der Impfstoff bei älteren Menschen? (über 55 Jahre)

Die Tabelle zeigt, dass das Risiko an Covid-19 zu erkranken, durch die Impfung mit Comirnaty auch bei Älteren deutlich – um etwa 94 % – sank.

Wie viele ältere Menschen erkrankten an Covid-19?
  Placebo Comirnaty Verringerung des Risikos
Über 55 Jahre 64 von 10.000 4 von 10.000  ca. 94 %
       
Wie gut schützt die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen?

Es wurde auch untersucht, ob eine Impfung mit Comirnaty schwere Krankheitsverläufe* vermeiden kann. Sowohl bei den Geimpften als auch Ungeimpften traten bis Mitte November nur wenige schwere Verläufe auf. Daher lässt sich bislang noch nicht sicher beurteilen, wie gut Comirnaty auch schwere Verläufe verhindert.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

* Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid-19.

Welche Nebenwirkungen traten nach einer Impfung auf?

Es ist normal, dass nach einer Impfung bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind die Nebenwirkungen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

 

 Wie häufig traten leichte Nebenwirkungen auf?
 Placebo  Comirnaty
 Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle  bei 11 %  bei 73 %
 Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen,    Muskel- oder Gelenkschmerzen  bei 34 %  bei 70 %

Bei etwas weniger als 1 % der Teilnehmenden kam es durch die Impfung zu einer meist harmlosen Schwellung der Lymphknoten. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf Prozent umgerechnet.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Gibt es Hinweise auf schwere Nebenwirkungen?

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung zu schweren Nebenwirkungen kommt. In der Impfgruppe trat bei sehr wenigen Menschen (0,02 %) eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese) auf. Es kam auch zu möglicherweise allergischen Reaktionen (bei 0,1 %). Ob beides im Zusammenhang mit der Impfung steht, ist jedoch unklar. Die Arzneimittelbehörden beobachten und prüfen solche Fälle weiter gründlich.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Infos zur Impfung mit dem Impfstoff von Moderna
Wie gut beugt die Impfung eine Covid-19-Erkrankung vor?

Die Tabelle zeigt, dass das Risiko, an Covid-19 zu erkranken durch die Impfung deutlich sank. Die Impfung schützte jüngere Altersgruppen etwas besser (96 %) als Menschen über 55 Jahren (86 %) siehe nächste Frage. Bei Menschen mit Vorerkrankungen war der Impfstoff ebenso wirksam.

 Wirksamkeit von Moderna  alle Covid-19-Erkrankungen

 Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?

  Placebo Moderna Verringerung des Risikos
 Alle Teilnehmenden 133
von 10.000
8
von 10.000
 ca. 94 %
 16 bis 55 Jahre 148
von 10.000
7
von 10.000
 ca. 96 %

In der Studie wurde untersucht, wie gut die Impfung eine durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Covid-19-Erkrankung verhindern konnte. Covid-19-Erkrankung hieß: neben einem positiven PCR-Test mussten Symptome wie beispielsweise Fieber, Husten oder Atemnot vorliegen.

Bei der Berechnung der Ergebnisse wurden nur die Personen betrachtet, die beide Impfdosen bekommen haben. Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf 10.000 Personen umgerechnet. (Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Wie gut wirkt der Impfstoff bei älteren Menschen (über 55 Jahre)?

Die Impfung schützte jüngere Altersgruppen etwas besser (96 %) als Menschen über 55 Jahren (86 %).

 Wie viele Personen erkrankten an Covid-19?

  Placebo Moderna Verringerung des Risikos
 Über 55 Jahre 82
von 10.000
11
von 10.000
 ca. 86 %

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Wie gut schützt die Impfung vor schweren Krankheitsverläufen?

Die Studie zeigt, dass der Impfstoff Moderna das Risiko für einen schweren Verlauf deutlich verringern konnte.

 Wie viele Personen erkrankten schwer an Covid-19?
Placebo Moderna Verringerung des Risikos
 Alle Teilnehmenden 22
von 10.000
0
von 10.000
 100 %

Es wurde auch untersucht, ob eine Impfung mit Moderna schwere Krankheitsverläufe vermeiden kann. Eine schwere Covid-19-Erkrankung hieß unter anderem: Jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, er oder sie hatte einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid-19.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Welche Nebenwirkungen traten nach einer Impfung auf?

Es ist normal, dass nach einer Impfung bestimmte Nebenwirkungen auftreten. Denn es kann zeigen, dass der Körper auf den Impfstoff reagiert und Abwehrstoffe bildet. Meist sind die Nebenwirkungen leicht und legen sich innerhalb einiger Tage wieder.

 Wie häufig traten leichte Nebenwirkungen auf?  Placebo  Moderna
Schmerzen, Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle oder
Schwellung der Lymphknoten
 bei 29 %  bei 92 %
Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel-
oder Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
 bei 53 %  bei 83 %

Um die Zahlen besser vergleichen zu können, haben wir alle Ergebnisse auf Prozent umgerechnet.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Gibt es Hinweise auf schwere Nebenwirkungen?

Es gibt bisher keine Hinweise darauf, dass es durch die Impfung mit Moderna zu schweren Nebenwirkungen kommt. In der Impfgruppe trat bei sehr wenigen Menschen (0,01 %) eine Lähmung des Gesichtsnervs (Fazialisparese) auf. Es kam auch zu möglicherweise allergischen Reaktionen (bei 0,4 %). Ob beides im Zusammenhang mit der Impfung steht, ist jedoch unklar. Die Arzneimittelbehörden beobachten und prüfen solche Fälle weiter gründlich.

(Quelle: gesundeitsinformation.de, 12.01.2021)

Impf-Sicherheit

Es gibt viele Gerüchte oder Ängste in Bezug auf die Sicherheit der Impfstoffe. Hier ist eine Zusammenfassung der Fragen, die sich viele zur Impfung mit den neuen Impfstoffen stellen.

Wie sicher sind die Impfstoffe?

Ein Impfstoff wird erst nach ausreichender Überprüfung auf den Markt gebracht. Wie jeder andere Impfstoff, wird auch ein neuer Impfstoff, der vor COVID-19 schützen soll, intensiv geprüft. Die verschiedenen Impfstoff-Kandidaten durchlaufen jeweils streng kontrollierte Prozesse. Es gibt dafür klare gesetzliche und wissenschaftliche Vorgaben, bevor sie zur Anwendung am gesunden Menschen kommen können.

Nur wenn sich dabei eine positive Nutzen-Risiko-Relation zeigt, erhält der Impfstoff eine Marktzulassung. Auch nach der Marktzulassung erfolgt eine ständige Kontrolle zum Erfassen von möglichen Nebenwirkungen, und zur Überprüfung der Wirkung eine laufende weitere Bewertung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses.

Im Fall von Impfstoffen und auch für COVID-19-Impfstoffe erfolgt zunächst eine bedingte Zulassung, die jederzeit aufgehoben oder ausgesetzt werden kann, sollten sich bei der Anwendung Probleme bei Produktion, Sicherheit oder Wirksamkeit ergeben.

(Quelle: Gesundheitsministerium Österreich BMSGPK, 20.01.2021)

Welche Vorsichtsmaßnahmen werden bei der Impfung empfohlen?

Die Arzneimittelbehörden empfehlen, Geimpfte nach der Spritze für mindestens 15 Minuten zu beobachten, um auf unmittelbare Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen reagieren zu können. Bei bestimmten Menschen könnte das Risiko für Nebenwirkungen durch den Impfstoff höher sein. Deshalb ist es wichtig, beim Aufklärungsgespräch vor der Impfung zu klären, ob jemand:

  • schon einmal eine schwere allergische Reaktion oder Atemprobleme nach einer früheren Impfung hatte.
  • nach einer Impfung schon einmal ohnmächtig wurde (beispielsweise aus Stress oder Angst vor der Spritze).
  • gerade eine schwere Erkrankung oder eine Infektion mit hohem Fieber hat.
  • eine Störung der Blutgerinnung hat oder leicht zu Blutungen neigt.
  • schwanger ist (oder dies vermutet) oder stillt.
  • ein geschwächtes Immunsystem hat, beispielsweise durch HIV oder durch die Einnahme von Kortison.

Der Vektor-Impfstoff AstraZeneca ist kein Lebendimpfstoff. Er kommt deshalb grundsätzlich auch für Menschen mit einen geschwächten Immunsystem infrage.

(Quellen: gesundheitsinformation.de/Moderna und gesundheitsinformation.de/comirnaty, 20.1.2021)

Wie wird die Sicherheit nach der Zulassung weiter überwacht?

Impfstoffe werden laufend überwacht. Dafür gibt es eine Vielzahl von Methoden, die unter anderem Nebenwirkungen aufzeigen, bewerten, und vorbeugen sollen. (=Pharmakovigilanz)

Teil der Pharmakovigilanz ist auch die Meldepflicht (§ 75g des Arzneimittelgesetzs) bei Verdachtsfällen von Nebenwirkungen. Diese werden meistens von den Gesundheitsberufen gemeldet, können aber auch selbst bekannt gegeben werden. Und zwar elektronisch oder schriftlich an das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen. (BASG)

Nach Aufnahme der Meldung/notwendigen Daten erfolgt eine Prüfung durch das BASG in Österreich. Danach wird die Meldung an die europäische Datenbank EudraVigilance (European Union Drug Regulating Authorities Pharmacovigilance) weitergeleitet.

In der Datenbank werden Verdachtsfälle von Nebenwirkungen EU-weit gesammelt und analysiert, um Risiken zu erkennen (=Signaldetektion). Wird ein mögliches neues Risiko erkannt, erfolgt eine Bewertung durch die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) im sogenannten PRAC (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee). Bestätigt sich ein Verdacht, folgen Maßnahmen wie z. B. neue Warnhinweise, neue Gegenanzeigen und Nebenwirkungen in der Fach-/Gebrauchsinformation, oder aber auch eine Einschränkung/Aufhebung der Zulassung eines Impfstoffes.

(Quelle: Gesundheitsministerium Österreich BMSGPK, 20.01.2021)

Sind gemeldete Verdachtsfälle zu Nebenwirkungen online abrufbar?

Ja, das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) stellt regelmäßige Berichte online.

Deutschland veröffentlicht die Meldungen über das Paul-Ehrlich-Institut regelmäßig in „Sicherheitsberichten“. Zu bedenken ist allerdings: Wenn jetzt nach und nach in Österreich, Deutschland und weltweit Millionen von Menschen gegen Corona geimpft werden, ist allein durch Zufall zu erwarten, dass immer wieder nach einer Impfung schwerere Erkrankungen auftreten.

Die Behörden müssen deshalb diese VERDACHTSFÄLLE genau prüfen, ob tatsächlich ein Zusammenhang mit der Impfung besteht oder ob es sich um Zufall handelt. Diese Prüfung führt dann unter Umständen dazu, dass die Liste der möglichen Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ergänzt wird.

(Quelle: gesundheitsinformation.de, Corona Impffragen, 20.01.2021)

Gibt es bei den Impfstoffen schon Hinweise auf sehr seltene Nebenwirkungen?

Sehr seltene Nebenwirkungen können während der Zulassungsstudien eines Impfstoffes meist nicht erkannt werden. Deshalb überwachen internationale Behörden jetzt nach der Zulassung die Verdachtsmeldungen zu Nebenwirkungen. Bei Comirnaty und Moderna gibt es derzeit keine Hinweise auf schwere Nebenwirkungen.

Bei AstraZeneca prüft die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) aktuell Hinweise auf einige Todesfälle durch Hirnvenenthrombosen (Sinusvenenthrombosen) in Verbindung mit einem Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie). (Siehe Impfung mit dem Impfstoff AstraZeneca)

Für alle drei Corona – Impfstoffe gilt, so wie bei allen Impfstoffen: direkt nach der Impfung kann es sehr selten zum allergischen (anaphylaktischen) Schock kommen. Im Fall der Corona-Impfstoffe wurden pro eine Million Impfungen etwa zehn Fälle von anaphylaktischem Schock beobachtet. Solche schweren allergischen Reaktionen betrafen bisher fast immer Menschen, die in der Vergangenheit schon einmal allergisch auf Impfungen oder Medikamente reagiert haben.

(Quelle1: medizin-transparent.at, 17.03.2021)
(Quelle2: FAQs Robert Koch Institut, 17.03.2021)
(Quelle: gesundheitsinformation.de, 20.02.2021)

Gibt es Hinweise darauf, dass die Impfstoffe Autoimmunerkrankungen auslösen?

Nein. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von Autoimmunerkrankungen. Gleichwohl wird diesem theoretischen Risiko auch nach der Zulassung im Rahmen der Pharmakovigilanz besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 13.01.2021)

Sind Mikro-/Nanochips in Impfstoffen enthalten?

Nein. Alle Inhaltsstoffe sind in der jeweiligen Fachinformation aufgeführt.

(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 13.01.2021)

Können mRNA-Impfstoffe die Fruchtbarkeit beeinträchtigen?

Es gibt keine Hinweise aus den nichtklinischen Untersuchungen Comirnaty und Moderna, dass eine Impfung zu einer Beeinträchtigung der weiblichen oder männlichen Fruchtbarkeit (Fertilität) führen könnte.
(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 04.02.2021)

Infovideo: „Die Impfung und die Fruchtbarkeit“
(Quelle: RKI youtube – Chanel, 04.02.2021)

Sind die Lipid-Nanopartikeln in den mRNA-Impfstoffen gefährlich?

Die mRNA in den Impfstoffen ist mit Lipidstoffen umhüllt, so dass sogenannte mRNA-Lipid-Nanopartikel entstehen. Diese bleiben auch nach dem Spritzen in die Muskeln stabil und  ermöglichen, dass einige wenige Muskel- und Immunzellen die mRNA überhaupt aufnehmen können. Die ständige Impfkommission in Deutschland (STIKO) verweist auf Studienergebnisse,  wonach die Lipid-Nanopartikel nicht zellschädigend seien und von ihnen keine Gefahr für den menschlichen Körper ausgehe.

(Quelle: FAQs zur Corona Impfung, Stiftung Warentest, 21.12.2020)

Wie hoch ist die Gefahr, dass mRNA-Impfstoffe in unser Genom eingreifen?

Es besteht keine Gefahr einer Integration von mRNA in das humane Genom. Beim Menschen befindet sich das Genom in Form von DNA im Zellkern. Eine Integration von RNA in DNA ist unter anderem aufgrund der unterschiedlichen chemischen Struktur nicht möglich. Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass die von den Körperzellen nach der Impfung aufgenommen mRNA in DNA umgeschrieben wird.

(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 11.12.2020)

Mehr dazu: Wirkweise der mRNA-Impfstoffe und potentiellen Risiken.(Robert Koch Institut)

Virusmutationen

Seit Herbst 2020 sind in verschiedenen Weltregionen Virusvarianten aufgetreten, die sich durch eine besonders rasche Ausbreitung auszeichnen. Hier in Österreich breitet sich vor allem die britische Variante B1.1.7 aus. Es gibt aber auch Fälle der südafrikanischen B 1.351 und brasilianischen Variante P1 (10.3.2021)

Wie gut wirken die Impfstoffe bei B1.1.7, der „britischen Variante“?

Verschieden Studien zeigen bislang nur geringe bis mäßige Auswirkungen auf die gute Wirkung (=Effektivität) der Impfstoffe. Dies betrifft sowohl die Vektor-basierten Impfstoff von AstraZeneca und Janssen, als auch die mRNA-Impfstoffe von BioNTech/Pfizer bzw. Moderna.

(Quelle. Robert Koch Institut, 19.02.2021)
(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Wie gut wirken die Impfstoffe bei B1.351, der „südafrikanische Variante“?

Die schlechte Nachricht zuerst: Es wird vermutet, dass bei dieser Variante die Wirksamkeit der Impfstoffe deutlich reduziert ist. Die gute Nachricht: Es gibt erste Hinweise, dass die Corona – Erkrankungen bei den Linien B.1.351 (südafrikanisch) bzw. P.1 (brasilianisch)  insgesamt eher mild verläuft und die Impfstoffe eine deutliche Schutzwirkung in Bezug auf schwere Verläufe haben.

Ausnahme: Der Impfstoff von Janssen: Die Studie fand in den USA, Brasilien und Südafrika statt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Impfung wirksam gegen die während der Studie häufigen Varianten in diesen Ländern ist.

(Quelle. Robert Koch Institut, 19.02.2021)
(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Wie gut wirken die Impfstoffe bei P.1, der „brasilianischen Variante“?

Eine erhöhte Übertragbarkeit ist denkbar. Aufgrund von bestimmten Mutationen wie E484K, die u.a. auch in B.1.353 präsent sind, wird für diese Variante eine Reduktion der Wirksamkeit bei Geimpften bzw. Genesenen diskutiert.

Ausnahme: Der Impfstoff von Janssen: Die Studie fand in den USA, Brasilien und Südafrika statt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Impfung wirksam gegen die während der Studie häufigen Varianten in diesen Ländern ist.

(Quelle. Robert Koch Institut, 19.02.2021)
(Quelle: gesundeitsinformation.de, 13.04.2021)

Gibt es die Möglichkeit zu sehen, wo es in Österreich welche Virusmutationen gibt?

Ja, die AGES – listet sowohl die Verdachtsfälle, als auch die bestätigten Fälle zu den Virusvarianten österreichweit und für die einzelnen Bundesländer auf.

(Quelle: AGES, 10.3.2021)

Individuelle Impffragen

Hier sind Informationen für bestimmte Gruppen wie Allergiker, bereits an Covid-19 Erkrankte, Immunsuppremierte oder Menschen, die Blutverdünner nehmen.

Habe ich die Möglichkeit mir einen der drei Impfstoffe auszuwählen?

Eine freie Wahl ist auf Grund der Verfügbarkeit, Logistik und Eignung für bestimmte Personengruppen nicht möglich.

(Quelle: Gesundheitsministerium Österreich, 04.02.2021)

Brauche ich trotz einer Covid-19 Erkrankung eine Impfung, um immun zu sein?

Die vorliegenden Daten zeigen, dass bei erkrankten Personen über mehrere Monate (mindestens 6-8 Monate) Antikörper vorhanden sind. Wegen der aktuellen Impfstoffknappheit, wird deshalb momentan empfohlen sich erst 6 Monate nach der Erkrankung impfen zu lassen. Sollte zwischenzeitlich ausreichend Impfstoff verfügbar sein, so kann auch früher geimpft werden.

(Quelle: Gesundheitsministerium Österreich, 11.02.2021)

Was passiert, wenn ich mich nach der ersten Impfdosis infiziere?

Wenn nach der ersten Impfung eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen wird, dann soll die zweite Impfdosis laut Ständiger Impfkommission zunächst nicht mehr gegeben werden.

(Quelle: FAQs zur Corona Imfpung, Stiftung Warentest, 21.12.2020)

Wirkt sich die Impfung auf das Testergebnis bei Corona-Tests aus?

Es ist nicht davon auszugehen, dass die COVID-19-Impfung positive Testergebnisse bei Antigenschnelltests oder bei PCR-Tests hervorruft.

(Quelle: Paul Ehrlich Institut, 04.02. 2021)

Wer sollte sich nicht impfen lassen?
  • Menschen mit akuten schweren Infekten mit Fieber
  • Immunsupprimierte, da mit einer verminderten Immunantwort zu rechnen ist
  • Schwangere und Mütter in der Stillzeit (aufgrund der fehlenden DatenPersonen, welche blutverdünnende Medikamente einnehmen, können sich nach Rücksprache mit der Impfärztin oder dem Impfarzt impfen lassen.

(Quelle: AGES – Dashboard, 06.12.2020)
(Quelle: RKI – Coronavirus Steckbrief 27.11.2020)
Krammer, P. F. Sars CoV 2 – Immunität und Impfstoffe. Ichan School of Medicine at Mount Sinai, New York. (1.12.2020) Reg 154 Information for UK Healthcare Professional, COVID-19 mRNA Vaccine BNT162b2 concentrate for solution for injection. UK.

Ich bin Allergiker/in – kann ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja, wobei die Allergie vor der Impfung unbedingt angegeben werden soll. Denn allergische Reaktionen auf den Impfstoff von BionTech/Pfizer sind bekannt. Geimpfte werden deshalb nachbeobachtet und bleiben mindestens 15 Minuten nach der Impfung vor Ort. So kann im Ernstfall sofort reagiert werden.

(Quelle: Ständige Impfkommission, RKI)

Ich leide an einer Autoimmunerkrankung. Kann ich mich trotzem impfen lassen?

Die bisher verfügbaren Impfstoffe gegen COVID-19 sind nur teilweise bei Personen mit einer Autoimmunerkrankung untersucht. Jedenfalls liegen Daten und Erfahrungen zu folgenden Erkrankungen vor:

  • HIV (unter Therapie und mit CD4>500)
  • stabilen Autoimmunerkrankungen
  • Krebserkrankungen (ohne laufende oder kürzliche Chemotherapie)
  • Diabetes mellitus
  • kardiovaskulären und chronischen pulmonalen Erkrankungen

In all diesen Fällen wurden keine Auffälligkeiten bezüglich Wirksamkeit und Verträglichkeit verzeichnet.

Zu allen übrigen Krankheitsbildern gibt es noch keine Daten, weshalb jedenfalls eine Konsultation durch die behandelnde Ärztin bzw. den behandelnden Arzt durchgeführt werden sollte.

(Quelle: Gesundheitsministerium Österreich BMSGPK, 20.01.2021)

Kann ich mich auch bei Kinderwunsch impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit Kinderwunsch können sich impfen lassen. Die verfügbaren COVID-19 Impfstoffe wurden an Erwachsenen – auch Frauen mit Kinderwunsch – getestet und für sicher und wirksam befunden
Allerdings gibt es zurzeit Fehlinformationen, die besagen, dass die Impfung die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann. Diese Aussage ist falsch. In den umfangreichen klinischen Prüfungen, die vor der Zulassung der Impfstoffe durchgeführt wurden, gibt es keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit.

(Quelle: FAQs Robert Koch Institut, 10.03.2021)

Wie lange hält der Impfschutz an, ist eine Auffrischungsimpfung nötig?

Die Schutzdauer nach den Impfungen ist zum aktuellen Stand noch zu keinem zugelassenen Impfstoff bekannt. Demnach ist auch noch nicht bekannt, wann/ob Auffrischungsimpfungen notwendig sind. Entsprechende Empfehlungen werden aus den Ergebnissen der Phase III-Studien erwartet.

(Quelle: Gesundheitsministerium, Österreich, 03.02.2021 )

Offene Fragen

Gute Impf-Informationen geben auch Auskunft darüber, was wir heute zu den Impfstoffen noch nicht wissen. Hier die offenen Fragen, die jetzt noch nicht beantwortet werden können. Wir wissen noch nicht:

  • Wie lange der Impfschutz andauert.
  • Welche seltenen Nebenwirkungen es gibt.
  • Welche verzögerten Nebenwirkungen es gibt.
    (= Nebenwirkungen, die sich erst Monate nach der Impfung zeigen).
  • Wie wirksam und sicher der Impfstoff bei Gruppen ist, die in den Studien entweder gar nicht oder kaum eingeschlossen waren (zum Beispiel Kinder, Schwangere oder Menschen mit einer Immunschwäche).
  • Wie gut die Impfung vor Langzeitschäden durch Covid-19 schützt.
  • Wie wirksam asymptomatische Infektionen verhindert werden.
  • Wie gut der Impfstoff die Übertragung des Coronavirus verhindert.

(Quelle: gesundheitsinformation,de, 20.01.2021)

Vertrauenswürdige Informationsquellen

Es gibt so viele Informationen zur Corona-Impfung und den Impfstoffen. Doch welchen kann man vertrauen? Hier eine Auflistung vertrauenswürdiger Informationsquellen.

Wo kann ich mich zur Corona-Impfung informieren?

Unter der Telefonnummer 0800-555-621 kann man Fragen zur Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe stellen. Die Hotline ist sieben Tage die Woche, rund um die Uhr erreichbar. Sie wird gemeinsam vom Gesundheitsministerium und der AGES (Agentur für Gesundheit) betrieben.

Welche Informationsquellen zu den Impfstoffen sind vertrauenswürdig?

Wir vertrauen auf die Erkenntnisse wissenschaftlich unabhängiger Forschungsinstitute, deren Fachgebiet „Impfen“ ist. Dazu zählt zum Beispiel das Paul Ehrlich Institut und das Robert Koch Institut in Deutschland.
Zur Beurteilung von Impfinformationen in den Medien helfen die „Kriterien für Gute Gesundheitsinformationen“ weiter. Diese sind in einer Checkliste zusammengefasst. Wichtige Kriterien sind zum Beispiel die Angabe des Autors, der Quellen oder des Datums, um zu wissen, wie aktuell die Information ist.

Es gibt Webseiten, die Gesundheitsinformationen nach diesen Kriterien erstellen. Detaillierte Informationen zu den Corona – Impfungen fehlen aber noch, da diese erst erstellen werden können, wenn die Daten zu den Impfstoffen öffentlich zugänglich sind.

Welche Webseiten sind gute Informationsquellen?
Welche Podcasts sind empfehlenswert?
Gibt es auch Videos zum Anschauen?

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